HIMIS Abschlusskonferenz an der Universität Freiburg Donnerstag, 15.11.2018, 13:45 bis 16:45 Eine Veranstaltung im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres.

Die HIMIS Abschlusskonferenz fand in einem historischen Gemäuer statt, dem Freiburger Peterhofkeller. 45 Teilnehmer und Teilnehmerinnen von Schulen, Behörden, Hochschulen und Flüchtlingsnetzwerken diskutierten den HIMIS Ansatz und Möglichkeiten diesen in schulen zu etablieren. Sie genossen die HIMIS Videos der internationalen Partnerschulen und probierten eine neues Instrument aus, um herauszufinden welche Grundwerte besonders wichtig erachtet werden.

Bei Integration denkt man zunächst an eine Anforderung an Geflüchtete und andere Menschen mit Migrationshintergrund, sich in eine offene, plurale Gesellschaft einzugliedern. Doch tatsächlich kann Integration nur in dem Maße gelingen, in dem auch die Einheimischen offen für andere Menschen und kulturelle Vielfalt sind.

Grundlegende europäische Werte wie die Achtung der Menschenwürde und der Menschenrechte, Pluralismus und Nichtdiskriminierung, Freiheit und Solidarität, müssen deshalb bei allen gestärkt werden, wenn Integration gelingen soll. Erinnerungskultur und die Interpretation des Kulturerbes können hier viel leisten – insbesondere in Partnerschaft mit Schulen.

Ein wichtiges Ergebnis der Konferenz war, dass kulturelle und geschichtliche Erbe bietet vielfältige Möglichkeiten bietet, die tief zurückreichenden geschichtlichen Wurzeln der europäischen Grundwerte erlebbar zu machen. Diese gründen in historischen Erfahrungen wie Intoleranz, Diskriminierung von Minderheiten, Missachtung der Menschenwürde, Unfreiheit, Ungleichheit, Willkür – Erfahrungen, die es in der Geschichte jedes Ortes und jeder Region gab.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren sich über das groß Potential des HIMIS-Ansatzes einig, soziale Integration und Europäischen Zusammenhalt zu fördern. Es wäre gut, den HIMIS Ansatz breiter in Schulen einzusetzen, aber es wurden auch Schwierigkeiten diskutiert, dies in größerem Umfang zu erreichen. Als Haupthindernisse wurden genannt, die Vorgaben der Lehrpläne, die sich zu sehr an klassischen Fächern orientieren, und die fehlenden Personalressourcen für zusätzliche Schülerprojekte, die sich fächerübergreifend über ein ganzes Schuljahr erstrecken.  Dessen ungeachtet wurden Möglichkeiten erkundet, den Lehrerfortbildungskurs in Freiburg anzubieten oder Bestandteile des HIMIS Ansatzes in die reguläre Lehrerausbildung zu integrieren.

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